Arbeitsstelle für evangelische Religionspädagogik Ostfriesland

„Drei Tiere – drei Geschichten – drei Kirchen“: Grundschul-Kirchentage in Aurich

Auricher Grundschulkirchentage 2017 01
 Auricher Grundschulkirchentage 2017 01

Vom 13. – 15. Juni fanden die Grundschulkirchentage in Aurich statt. Es nahmen Schulklassen aus den Grundschulen in Wallinghausen, Weene, Middels, Tannenhausen, Georgsheil und Holtrop, der Pfälzerschule Plaggenburg, der Grundschule tom Brook in Oldeborg und Uthwerdum, der Reilschule Aurich und der Grundschule Upstalsboom Aurich teil.

 Vorbereitet wurde die Veranstaltung von Superintendent Tido Janssen (Kirchenkreis Aurich), Pastorin Angelika Scheepker (ev.-luth. Lambertigemeinde), Gemeindereferentin Kyra Watermann (katholische St. Ludgerusgemeinde) sowie Dr. Ute Beyer-Henneberger, Pastor Sven Kramer und Pastor Andreas Scheepker (Arbeitsstelle für Religionspädagogik Ostfriesland, ARO).

Das Team entwickelte im vergangenen Jahr für die Auricher Grundschulkirchentage ein Programm, mit Kindern auf spielerische und kreative Art die unterschiedlichen Stadtkirchen zu erkunden. Im Herbst 2016 wurden alle Grundschulen im Bereich des Kirchenkreises Aurich mit der Einladung angeschrieben. Etwa 25 Lehrerinnen und Lehrer meldeten sich mit ihren Grundschulklassen an.

Insgesamt nahmen etwa 450 Kinder mit ihren Lehrinnen und Lehrern und Begleitpersonen an den drei Vormittagen in Aurich. Bei der Durchführung dieser Tage wurde das Vorbereitungsteam unterstützt von Kantor Maxim Polijakowski, Diakon Torsten Hoffmann, Pastorin Cathrin Meenken, Pastor Thomas Henneberger und den Kirchenvorsteherinnen Anke Stauch (Lambertigemeinde) sowie Luise Osten und Karl-Frieder Wunderlich (ev.-reformierte Gemeinde).

Nach einem gemeinsamen Beginn mit dem Löwen Leo, dem Fisch Piet und dem Schaf Benjamin in der Lambertikirche besuchten die Klassen in Stationen die drei Kirchen in der Auricher Innenstadt. Für ihre Besuche erhielten sie ein Heft mit Liedern, Geschichten und Hinweisen auf die Kirchen als Reiseführer. Vor Ort konnten die Kinder mit Teams der Gemeinden die unterschiedlichen Kirchengebäude kennenlernen, eine Geschichte hören, ein Lied zum Thema singen und eine Aktion durchführen. In jeder Station konnten sie etwas in ihr Heft drucken oder kleben. Zu leckeren Kuchenbrötchen und einem gemeinsamen Abschluss trafen sich alle nach den drei Kirchenbesuchen dann wieder in der Lambertikirche.

Das Team zog eine positive Bilanz. Vor allem waren sie überrascht über die gute Resonanz. Die 450 Plätze waren schon wenige Wochen nach der Ausschreibung der Veranstaltung ausgebucht. Auch die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer äußerten sich positiv, entwickelten weitere Ideen und boten ihre Mithilfe bei der Durchführung ähnlicher Veranstaltungen an. „Wenn die Kirche das nächste Mal zu Schulkirchentagen einlädt, kommen wir auf jeden Fall wieder“, sagte eine Lehrerin.

Andreas Scheepker

Wie die Ostfriesen evangelisch wurden: Studientag in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek Emden

JALB2 Johannes-a-Lasco-Bibliothek von innen
JALB2 Johannes-a-Lasco-Bibliothek von innen 


Zu einem Studientag luden die ARO und die Johannes-a-Lasco-Bibliothek (JALB) am 8. März nach Emden. Thema war eine Einführung in die Reformationsgeschichte Ostfrieslands mit dem Schwerpunkt Emden. Geleitet wurde der Studientag von Klaas-Dieter Voß (Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der JALB) und Andreas Scheepker (Studienleiter in der ARO).

Nach einem Impulsreferat führten die beiden Tagungsleiter der Teilnehmer/innen durch die Johannes-a-Lasco-Bibliothek und erläuterten vor Ort Schwerpunkte der Reformation in Ostfriesland: Am Grabdenkmal für Graf Enno erfuhren die Teilnehmer/innen etwas über die Entwicklung bis 1540 und die Bedeutung der Grafen und Häuptlinge, im Kirchenschiff wurden dann die besondere Bedeutung Emdens erläutert und Einblicke in die Lebensgeschichten von Gräfin Anna und Johannes a Lasco gegeben. In der Sakristei, in der Melchior Hoffmann in der Reformationszeit Erwachsene taufte, wurde eine Einführung in die Geschichte der Täuferbewegung gegeben.

Zwischendurch hatten die Teilnehmer/innen Gelegenheit, neue Arbeitshilfen für den Unterricht einzusehen oder im umfangreichen Arbeitsmaterial für den Unterricht in den Fächern Religion und Geschichte zu blättern.

In Workshops stellte Klaas-Dieter Voß verschiedene Angebote für Schulklassen in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek vor. Von der Grundschule bis hin zu Oberstufenkursen können Lehrer/innen mit ihren Lerngruppen einen Termin vereinbaren und einen Besuch mit Programmangeboten in der Bibliothek buchen.

Die heutige Johannes-a-Lasco-Bibliothek ist benannt nach dem polnischen Adeligen, der von Gräfin Anna als leitender Theologe für die evangelischen Gemeinden und Pastoren nach Ostfriesland berufen wurde. Mit seinem Bemühen, Lutheraner und Reformierte in einer gemeinsamen evangelischen Landeskirche in Ostfriesland zu vereinen, konnte er sich nicht durchsetzen. Dennoch hat er besonders den reformierten Protestantismus geprägt und u.a. den Emder Kirchenrat, die Diakonie und den Coetus als Predigerversammlung ins Leben gerufen. Alle drei Einrichtungen haben zu einer Blüte des kirchlichen Lebens beigetragen und existieren noch heute. Emden wurde zu einer zentralen Reformationsstadt in Nordwestdeutschland und Nordwesteuropa und nahm Glaubensflüchtlinge u.a. aus den Niederlanden, England und Frankreich auf.

Bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1943 stand hier die sogenannte ‚Große Kirche‘ als Mutterkirche (Moederkerk) des reformierten Protestantismus in Nordwestdeutschland und Nordwesteuropa. Lange Zeit prägten die Ruinen dieser bedeutenden Kirche das Stadtbild Emdens, bis hier die die heutige Bibliothek entstand, in deren Neubau die Ruinen der Vorgängerkirche auf eindrucksvolle Weise einbezogen wurden. Heute beherbergen die Räume eine bedeutende theologische und landesgeschichtliche Bibliothek, zu der u.a. Bücher aus der Bibliothek des Humanisten Erasmus von Rotterdam gehören.

Zum Abschluss konnten die Teilnehmer/innen des Studientages die Ausstellung besonderer Schätze bewundern: lutherische Abendmahlskelche und reformierte Abendmahlsbecher, Brotteller, Taufschalen und andere Wertgegenstände kirchlicher Kunst zeugen von der konfessionellen Identität der ostfriesischen Kirchengemeinden.

Die ARO dankt Herrn Voß und dem Team der JAL herzlich für diesen inhaltsreichen Studientag und hofft, diese gute Zusammenarbeit fortführen zu können.

Andreas Scheepker

ARO-Jahresempfang 2017: Im Anderen sich selbst erkennen

ARO-Jahresempfang 2017  von links Rahel Bach, Thea Bogena, Brigitte Junge, Ute Beyer-Henneberger, Detlef Klahr, Sandra Hoyer, Sven Kramer, Silke Leonhardt
 ARO-Jahresempfang 2017 - von links Rahel Bach, Thea Bogena, Brigitte Junge, Ute Beyer-Henneberger, Detlef Klahr, Sandra Hoyer, Sven Kramer, Silke Leonhardt
Im andern sich selbst erkennen
Regionalbischof Klahr eröffnete den Jahresempfang der ARO in Aurich

öso. Aurich. Als Vorsitzender des ARO-Beirates eröffnete Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr den Jahresempfang der Arbeitsstelle für evangelische Religionspädagogik Ostfriesland (ARO) in Aurich und  gleichzeitig auch die Vernissage der Ausstellung „Menschenbilder“ von Sandra Hoyer aus Oldenburg. Die Künstlerin präsentiert unterschiedliche Darstellungen von menschlichen Gesichtern.

Im Blick auf die Bilder sagte Klahr, sie eignen sich dazu, im Gesicht des anderen Facetten des eigenen Ichs zu entdecken.

Jedes Gesicht, das wir anschauen, sage auch etwas über uns selbst aus. Mit dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber könne man sagen: Erst im andern Du erkennen wir uns selbst.

Klahr betonte, dass es in den Gesichtern der anderen vieles zu erkennen gebe. Gesichtszüge spielen in der Kommunikation eine große Rolle. Auch daher berühre die Diskussion um die Ganzkörperverschleierung mehr als die religiöse Freiheit. „In der Kommunikation spricht das offene Gesicht immer mit“, sagte der Regionalbischof.

Mit einem Blick in die Augen und einem Wahrnehmen des Gesichts fange manche lebenslange Beziehung an. „Gott selbst hat sich uns menschlich in Jesus Christus mit seinem freundlichen Angesicht zugewandt“, so Klahr.

Dr. Ute Beyer-Henneberger und Sven Kramer begrüßten die 40 Anwesenden im Namen des ARO-Teams. Die Leiterin des Historischen Museums Aurich, Brigitte Junge, die Rektorin des Religionspädagogischen Instituts der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Loccum, Dr. Silke Leonhard, und die Pastorin der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Pilsum, Thea Bogena, interpretierten drei Bilder im Treppenhaus der ARO. Die Leiterin der Musikschule in Aurich, Rahel Bach, musizierte auf der Flöte.


Präses Hilke Klüver brachte im Rahmen des Empfangs ihre Freude über das neue Jahresprogramm zum Ausdruck. Der theologische Mitarbeiter an der ARO, Pastor Andreas Scheepker, stellte das Programm vor. Es gebe Angebote vor Ort in Schulen, Kirchenkreisen und Synodalverbänden. Thematische Schwerpunkte in diesem Jahr seien das 500-jährige Reformationsjubiläum, der Islam und Gespräche über den christlichen Glauben.

Sandra Hoyer lebt in Oldenburg, arbeitet als selbständige Künstlerin und ist als Kunsttherapeutin in einer psychiatrischen Klinik in Emden tätig. Seit 1987 hat sie in verschiedenen Kunsthäusern und Galerien in der Bundesrepublik ihre Bilder ausgestellt.

Die Ausstellung „Menschenbilder“ ist noch bis zu den Sommerferien während der Öffnungszeiten der ARO, Georgswall 7 in Aurich, zu sehen: dienstags von 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr, mittwochs von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr und am Donnerstag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr.

Text und Bilder: Öffentlichkeitsarbeit Sprengel Ostfriesland-Ems (öso)
Pressesprecherin Dr. Hannegreth Grundmann
Pastorin und PR-Referentin

Bildung braucht Räume: „Aus Alt mach Neu! – Sanieren im Bestand!“

Aus Alt mach Neu

Am 25.11.2016 kamen 85 Teilnehmer verschiedener Profession aus Kitas, Schulen, Architektur und dem Gebäudemanagement der Träger zusammen, um sich informieren und anregen zu lassen. Es ging um die Frage, wie es gelingen kann, alte sanierungsbedürftige Schulbauten und Kindertagesstätten auf dem Hintergrund eines pädagogisch tragfähigen Konzepts neu und zukunftsfähig zu gestalten.
Andreas Desuki, Landschaftsplaner aus dem Büro Schneidermeyer, Köln, beleuchtete die Fragestellung aus dem Blickwinkel der Architektur anhand verschiedener Praxisbeispiele von Schulsanierungen, denen ein ausgefeiltes pädagogisches Konzept zugrunde liegt. Verschränkt wurden die Perspektiven der Architektur und der Pädagogik in einer Vorphase – der Phase Null - , in der möglichst alle Beteiligten ihre Wünsche, aber auch die pädagogischen Leitlinien einbringen. Ein Muss, will man nicht auf eine rein technische Sanierung eines Gebäudes und die alleinige Wiederherstellung des Bestehenden setzen und wirkliche Erneuerungen auf den Weg bringen. Nur so kann es gelingen, etwas Neues und Zukunftsweisendes zu gestalten und nach technischen Lösungen zur Umsetzung zu suchen.
Wie dies in der Praxis im Bereich der Kindertagesstätten erfolgreich durchgeführt werden kann, beschrieb Ute Schmidt am Beispiel der Kindertagesstätte Plappersnut in Wismar, deren frühere Leiterin sie war. Aus einem wenig ansprechenden und maroden Plattenbau wurde eine einladende, die Kinder aktivierende und viele Möglichkeiten zur Entfaltung bietende Kindertagesstätte, deren Herzstück ein überdachter Zwischentrakt ist, der naturnah gestaltet wurde. Auch hier war die intensive Auseinandersetzung mit den Architekten im Vorfeld der Schlüssel zum Erfolg.
„Aus ALT mach NEU!“ - Die Veranstaltung in Aurich will die Verantwortlichen in Kitas, Schulen und den Trägern ermutigen, die Chance einer qualitativen, interdisziplinär erarbeiteten Verbesserung der baulichen Gegebenheiten im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen zu nutzen, die ermöglicht, pädagogische  Räume zu gestalten, in denen gut  und gern gelebt, gelernt, gearbeitet werden kann. Bildung braucht Räume – qualitativ hochwertige Räume!
Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe, die von verschiedenen Institutionen vorbereitet und getragen wird: RPZ, nifbe, Hochule Emden-Leer und der ARO. Sie wurde durch die Stadt Aurich finanziell gefördert.
 

Dr. Ute Beyer-Henneberger 

 

Bildung braucht Räume: Essensräume in Kitas und Schulen gestalten

Die Dokumentation der Veranstaltung vom Dezember 2014 erweitert durch verschiedene Fachbeiträge liegt online vor: Bildung braucht Räume