Arbeitsstelle für evangelische Religionspädagogik Ostfriesland

Bildung braucht Räume: „Aus Alt mach Neu! – Sanieren im Bestand!“

Aus Alt mach Neu

Am 25.11.2016 kamen 85 Teilnehmer verschiedener Profession aus Kitas, Schulen, Architektur und dem Gebäudemanagement der Träger zusammen, um sich informieren und anregen zu lassen. Es ging um die Frage, wie es gelingen kann, alte sanierungsbedürftige Schulbauten und Kindertagesstätten auf dem Hintergrund eines pädagogisch tragfähigen Konzepts neu und zukunftsfähig zu gestalten.
Andreas Desuki, Landschaftsplaner aus dem Büro Schneidermeyer, Köln, beleuchtete die Fragestellung aus dem Blickwinkel der Architektur anhand verschiedener Praxisbeispiele von Schulsanierungen, denen ein ausgefeiltes pädagogisches Konzept zugrunde liegt. Verschränkt wurden die Perspektiven der Architektur und der Pädagogik in einer Vorphase – der Phase Null - , in der möglichst alle Beteiligten ihre Wünsche, aber auch die pädagogischen Leitlinien einbringen. Ein Muss, will man nicht auf eine rein technische Sanierung eines Gebäudes und die alleinige Wiederherstellung des Bestehenden setzen und wirkliche Erneuerungen auf den Weg bringen. Nur so kann es gelingen, etwas Neues und Zukunftsweisendes zu gestalten und nach technischen Lösungen zur Umsetzung zu suchen.
Wie dies in der Praxis im Bereich der Kindertagesstätten erfolgreich durchgeführt werden kann, beschrieb Ute Schmidt am Beispiel der Kindertagesstätte Plappersnut in Wismar, deren frühere Leiterin sie war. Aus einem wenig ansprechenden und maroden Plattenbau wurde eine einladende, die Kinder aktivierende und viele Möglichkeiten zur Entfaltung bietende Kindertagesstätte, deren Herzstück ein überdachter Zwischentrakt ist, der naturnah gestaltet wurde. Auch hier war die intensive Auseinandersetzung mit den Architekten im Vorfeld der Schlüssel zum Erfolg.
„Aus ALT mach NEU!“ - Die Veranstaltung in Aurich will die Verantwortlichen in Kitas, Schulen und den Trägern ermutigen, die Chance einer qualitativen, interdisziplinär erarbeiteten Verbesserung der baulichen Gegebenheiten im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen zu nutzen, die ermöglicht, pädagogische  Räume zu gestalten, in denen gut  und gern gelebt, gelernt, gearbeitet werden kann. Bildung braucht Räume – qualitativ hochwertige Räume!
Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe, die von verschiedenen Institutionen vorbereitet und getragen wird: RPZ, nifbe, Hochule Emden-Leer und der ARO. Sie wurde durch die Stadt Aurich finanziell gefördert.
 

Dr. Ute Beyer-Henneberger
 

Wenn die Krise in die Schule kommt! – Schulseelsorge als Thema der Vokationstagung im Kloster Frenswegen

Vom 19.-21.09.16 kamen 25 Lehrerinnen und Lehrer in Frenswegen zur Vokationstagung zusammen, um sich mit Themen rund um die Schulseelsorge zu befassen. Ina Schulz, Beauftragte für Kirche und Schule aus Emden, stellte Interventionsmöglichkeiten und einen Notfallkoffer vor - beides hilfreich, um schnell auf Todesfälle in Schulen reagieren zu können. Christine Kruse, Schulseelsorgerin in Pewsum, informierte über ihre Arbeit und führte in die Theorie und Praxis von Tür- und Angel-Gesprächen ein – eine Beratungsform, die sich aufgrund ihrer Stringenz und Lösungsorientierung gut im schulischen Kontext eignet.
Die Tagung endete mit einem Gespräch mit dem Regionalbischof Dr. Detlef Klahr, Sprengel Ostfriesland, über Fragen rund um die Kooperation zwischen Kirche und Schule. In einem Abschlussgottesdienst wurden die Urkunden übergeben und die Teilnehmenden gesegnet.
Insgesamt wurde die Tagung von allen als Gewinn erlebt. 
 

Dr. Ute Beyer-Henneberger
 

 Moschee Emden 01
 Moschee Emden 01
Zu Gast in der Eyüp-Sultan-Moschee Emden – ein außerschulischer Lernort
 
„Genauso wie im Unterrichtsbuch!“ So entfuhr es einer Lehrerin, die an unserem Seminar „Besuch in der Emder Moschee“ teilnahm. Und tatsächlich, bis auf das Minarett war alles so vorhanden, wie wir es in unserem Religionsbuch stehen haben: im Flur werden die Schuhe ausgezogen und in das Regal gestellt, rechts geht es zu den Waschräumen, der Gebetsraum ist mit Teppichboden ausgelegt und auf die Gebetsnische hin orientiert, links von der Gebetsnische der Lehrstuhl (Kursi) und rechts die Kanzel für die Predigt beim Freitagsgebet (Minbar), die Wandflächen mit schön gemusterten Kacheln gestaltet. Ein Vorhang teilt den Gebetsraum in den größeren, vorderen Bereich für die Männer und den kleineren, hinteren Bereich für die Frauen.
 
Von außen vermutet man diese farbenfroh eingerichteten Räumlichkeiten nicht unbedingt. Das Gebäude der ersten Moschee Ostfrieslands wirkt von außen eher schlicht. Früher befand sich in dem einstöckigen Gebäude eine Bahnhofsgaststätte, bis die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Emden e.V. das Gebäude erwarb und in Eigenleistung und mit Spendenmitteln umbaute und einrichtete. Die Gemeinde gehört zur Türkisch-Islamischen Union (DITIB) und hat etwa 90 Mitglieder. An den Gebeten nehmen aber auch viele Gäste teil.
 
Herr Muhammet Yilmaz, der Imam der Gemeinde führte gemeinsam mit einem Abiturienten aus seiner Gemeinde unsere Gruppe in die Moschee und erläuterte dabei die Glaubenslehre und Glaubenspraxis der Muslime und gab Einblicke in das Gemeindeleben. Seine Gemeinde ist offen für Besuchergruppen und hat auch Kontakte zu den Emder Kirchengemeinden, mit denen Begegnungstreffen und gegenseitige Besuche stattfinden. Wir wurden als Besuchergruppe sehr freundlich aufgenommen und wurden eingeladen, gern einmal mit Schulklassen und anderen Gruppen wiederzukommen.
 
Beim anschließenden Nachgespräch äußerten viele Teilnehmerinnen, dass es eine gute Erfahrung war, nicht nur über den Islam zu reden, sondern eine Gemeinde mit ihrer Moschee und ihrem Imam vor Ort kennenzulernen und mit einander ins Gespräch zu kommen. Gewünscht wurde, Themen der islamischen Glaubenslehre und Glaubenspraxis intensiver mit einem islamischen Theologen oder einer islamischen Theologin im Rahmen eines Studientages zu erarbeiten.
 
Kontaktadresse:
Eyüp-Sultan-Moschee
Imam: Herr Muhammet Yilmaz
Bahnhofsplatz 13
26721 Emden
Tel.: 04921 - 58 65 46
 
 
 

Bildung braucht Räume: Essensräume in Kitas und Schulen gestalten

Die Dokumentation der Veranstaltung vom Dezember 2014 erweitert durch verschiedene Fachbeiträge liegt online vor: Bildung braucht Räume